Stärken reflektieren? Gisa Grodde zeigt auf ein Poster hinter ihr, auf dem in großen Buchstaben „Trouble Shooting“ steht. Es ist eines von insgesamt sechs Plakaten, das in den letzten Monaten in jedem Tandem zum Einsatz kam. „Die Frage ‚Was willst du beruflich machen?‘ kann ein Zehntklässler zwar schon besser beantworten als ein Kind in der Grundschule, aber leicht fällt das dennoch nicht. Was Jugendliche aber erstaunlich gut kennen, sind ihre Stärken.“ Deshalb habe das TandemPower-Projektteam ganz bewusst keine Medien entwickelt, mit denen Berufsbilder beschrieben werden, sondern den umgekehrten Weg gewählt. „Unsere Poster fassen Eigenschaften und Interessengebiete zusammen, die bestimmte Persönlichkeitstypen mitbringen. Die Schüler*innen erarbeiten, wo sie sich zuordnen würden, und bekommen dann erste Hinweise darauf, welche Ausbildungsberufe in der IT entsprechend gut zu ihnen passen.“
Auch Unternehmen räumen ihre {Klischees} auf
An den gemeinsamem Workshoptagen wurde vorwiegend in Kleingruppen gearbeitet – je ein*e Unternehmensvertreter*in mit fünf Schüler*innen. Das schuf Nähe, die in großen Diskussionsrunden selten aufkommt und durch die nicht nur die Jugendlichen Vorurteile gegenüber der Digitalwirtschaft abbauen konnten, wie Gisa Grodde beobachtet hat: „Schubladendenken existiert natürlich auch in Unternehmen. Projekte wie TandemPower wollen helfen, dieses Denken aufzubrechen – an einigen Stellen ist uns das bereits gelungen.“
So hätten zum Beispiel Schüler*innen mit Fluchterfahrung teilgenommen, die in den Kleingruppen über ihre aktuelle Situation sprachen. „Es waren auch Jungs dabei, die neben der Schule arbeiten, um ihre Familien finanziell zu unterstützen. Solche Begegnungen fördern in Unternehmen eine größere Offenheit gegenüber Individuen, die man möglicherweise auf den ersten Blick nicht als potenzielle Nachwuchskräfte betrachtet hätte.“
Vier {Tipps,} wie sich Unternehmen erfolgreich mit Schüler*innen vernetzen